Mittwoch, 25. Februar 2009

Enock

Jetzt muss ich euch mal noch von unserem Enock erzählen.

Vor fast drei Wochen war ich im Krankenhaus, um die Arbeit einer Amerikanerin anzuschauen. Es nennt sich Sally Test und es geht darum, Kinder im Krankenhaus auf Untersuchungen oder Spritzen vorzubereiten, mit ihnen zu spielen oder die Babys ohne Familie zu versorgen.

Sie haben einen extra Raum im Krankenhaus, in den sie die Kinder tagsüber von 9 bis 16Uhr holen. Es ist wirklich total schön, mit vielen Spielsachen und einer gemütlichen Atmosphäre, das krasse Gegenteil der Krankenstationen, die für deutsche Verhältnisse einfach nur furchtbar sind!

Das größte Problem dort sind die Babys ohne Familie. Die meisten wurden von der Polizei auf dem Müll gefunden, oder die Mutter ist nach der Geburt einfach verschwunden. In Afrika ist es aber so, dass sich die Mütter oder die Familie um die Kranken kümmern. Wenn man das nicht hat, ist man echt verloren.
Daher kommt es oft vor, dass diese Babys von 16Uhr nachmittags bis zum nächsten Morgen um 9 weder gewickelt noch gefüttert werden. (mit viel Glück ist manchmal eine andere Mutter dazu bereit, es ab und zu zu füttern)

Eines dieser Babys ist Enock. Er war zu früh geboren, schon 2 Monate alt aber nur 2000g schwer. Als ich mit einer Freundin hinkam und ihn sah, wurde mir sofort klar, dass er nicht mehr lange leben würde. Er war inzwischen so schwach und dehydriert, dass er weder die Augen öffnete, noch sich irgendwie bewegte.

Meine Freundin, Phyllis, die Waisenbabys bei sich aufnimmt und schon 9 Babys hat, beschloss, dass sie ihn zu sich nehmen möchte. Da das aber wegen rechtlichen Dingen eine Weile dauert, beschloss ich, dafür zu sorgen, dass Enock solange überlebt.
Also ging ich jeden Tag früh morgens und abends ins Krankenhaus, um ihn zu versorgen. Manchmal hatte ich echt angst, dass ich ihn tot auffinden werde wenn ich am Morgen komm, denn er bekam auch noch Fieber und es ging ihm wirklich schlecht.
Mit genug Flüssigkeit und regelmäßigerem Trinken, ging es ihm jedoch langsam wieder besser.

Letzten Freitag dann, konnte Phyllis ihn endlich zu sich nehmen. Das war ein wirkliches Wunder, da es mit dem Gericht viele Probleme gab und als wir dort waren, sie nochmal alles verschieben wollten. Aber Gott hat wirklich gewirkt und die Herzen der Verantwortlichen bewegt.

Jetzt ist Enock schon ½ Woche bei Phyllis und hat sich schon prächtig erholt!

Lob und Dank sei unserem Herrn!!!

Danke für all eure Gebete!


Es sind noch viel mehr Babys dort, denen es wegen der Situation dort echt schlecht geht. Also betet weiter, dass sie ein gutes Zuhause bekommen! 

Dienstag, 10. Februar 2009

Viele Veränderungen


Es hat sich viel verändert in den letzten Wochen. Ich hab in der Zeit in Eldoret sehr viel gebetet und mir wurde bewusst, dass Gott mir noch so viel mehr zeigen möchte. Hier in Eldoret haben sich sehr viele Türen für mich aufgetan um einen noch größeren Einblick in verschiedene missionarische Arbeiten und auch in das Gesundheitssystem von Kenya zu bekommen.

Letzte Woche war ich nochmal in Kapkuikui um Abschied zu nehmen. Es war sehr hart für mich, besonders wegen den Kindern, die ich so sehr ins Herz geschlossen habe. Aber ich weiß einfach, dass es Gottes Wille ist. Und den möchte ich tun.

In nächster Zeit werde ich jetzt also in Eldoret und Umgebung sein.

Ich bin total gespannt, was Gott mir alles zeigen wird. Noch ist nicht alles genau geplant, aber ich bin mir sicher, dass ich euch bald wieder sehr viel Neues erzählen kann.